Wie sähe unsere Welt aus, wenn Materialien nie zu Abfall würden? Der Umwelt ginge es besser – und uns auch. Aber gute Absichten reichen nicht. Echte Kreislaufwirtschaft braucht einen ganzheitlichen Ansatz: vom Rohstoff bis zur Wiederverwendung und zum Neudenken von Produkten.
In der Theorie klingt Circular Design einfach. In der Praxis wird es schnell kompliziert. Der Begriff ist überall, aber selten klar. Nicht alles Recycelte ist wirklich nachhaltig. Full-Cycle-Design ist kein Endpunkt, sondern der Ausgangspunkt für bessere Fragen.
Der Aufstieg (und die Risiken) der Kreislaufwirtschaft
Kreislauforientiertes Design ist längst im Mainstream angekommen. Was früher die Vision einiger weniger war, ist heute weit verbreitet und wird zunehmend zum Verkaufsargument. Doch je häufiger Produkte als nachhaltig deklariert werden, desto weniger aussagekräftig wird das Label. Recyclinganteile werden zu Marketingtools, Zertifizierungen ohne Kontext präsentiert. So verliert die Kreislaufwirtschaft an Substanz und damit an Glaubwürdigkeit.
Wo bleibt der Nachweis?
Full-Cycle-Design braucht mehr als gute Absichten – es braucht belastbare Fakten. Genau hier kommt die Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA) ins Spiel.
Eine Auswertung von 99 Studien zeigt: LCAs sind zentral, um die Wirkung zirkulärer Strategien messbar zu machen. Meist liegt der Fokus auf Ressourceneffizienz oder End-of-Life-Szenarien. Langfristige Ansätze wie langlebige Produkte oder kreislaufbasierte Geschäftsmodelle bleiben oft außen vor.
Der Bausektor zeigt bereits, wie sich LCA-gestützte Strategien umsetzen lassen. In anderen Branchen wie Textil oder Chemie besteht Nachholbedarf. Ohne solide Daten droht die Kreislaufwirtschaft zu einem leeren Versprechen zu werden.
LCA macht Zielkonflikte sichtbar, zeigt ökologische Hotspots und liefert Entscheidungsgrundlagen. Doch fehlende Standards und uneinheitliche Methoden bremsen den Fortschritt. Für echte Kreislaufwirtschaft braucht es Transparenz, klare Regeln und gemeinsame Kennzahlen. Ohne Substanz keine Wirkung.
Quelle: Falsafi, A., Togiani, A., Colley, A., Varis, J. & Horttanainen, M. (2025). Life cycle assessment in circular design process: A systematic literature review. Journal of Cleaner Production, Volume 521. (https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2025.146188)
Why Full-Cycle Design Needs Full-Cycle Thinking
Recycelte Materialien allein reichen nicht aus. Kreislaufwirtschaft beginnt nicht bei der Materialwahl und endet nicht beim Produkt. Entscheidend ist, was davor und danach passiert.
Woher stammt das Material? Welche Ressourcen wurden eingesetzt? Lässt es sich trennen, zurückgewinnen und hochwertig wiederverwenden – oder bleibt nur ein minderwertiges Abfallprodukt? Wer diese Fragen stellt, verwandelt Absicht in Wirkung.
Diese Fragen sollten Sie stellen
Designerinnen und Designer sind heute mehr als Gestaltende – sie treffen Entscheidungen und setzen ökologische Kriterien um. Ihre Verantwortung endet nicht bei einem Produkt, das nachhaltig wirkt. Sie müssen hinterfragen, wie es produziert wurde, was danach passiert und wie offen die Lieferkette ist.
Hier helfen Umweltproduktdeklarationen (EPD). Eine EPD ist ein auf unabhängiger Prüfung basierendes Dokument, das die Umweltauswirkungen eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg darstellt, von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung.
Echte Kreislaufführung erfordert, dass alle Glieder der Kette mitgedacht werden. Dafür braucht es vor allem eines: Transparenz.
Unser Ziel: echte Transparenz
Wir bei modulyss wissen: Kreislaufwirtschaft funktioniert nur auf Basis von Ehrlichkeit. Deshalb ist Transparenz eine unserer zentralen Prioritäten für die kommenden Jahre. Wir machen unsere Prozesse verständlicher, unsere Aussagen überprüfbar und unsere Daten zugänglich. Und wenn wir von der Architektur- und Design-Community kritisches Denken erwarten, müssen wir selbst mit Fakten vorangehen.
Wie geht’s weiter?
Kreislaufwirtschaft ist ein kontinuierlicher Prozess. Er verlangt Lernen, Hinterfragen und Weiterdenken. Wir laden die Architektur- und Design-Community ein, diesen Weg mit uns zu gehen. Lassen Sie uns gemeinsam die Messlatte höher legen – für echte, belegbare Nachhaltigkeit.
Sie möchten sehen, wie das in der Praxis aussieht? Schauen Sie Designing Out Waste: Closing the Carbon Gap in Commercial Interiors – eine modulyss Talk mit Ella Smith von AHMM. Basierend auf ihrer Forschung Fit Out // Rip Out zeigt sie, welche versteckten CO₂-Kosten Cat-A-Ausbauten verursachen – und wie sich Abfall schon in der Planungsphase vermeiden lässt. Mit echten Daten, realen Fallstudien und einem klaren Fahrplan für zukunftsfähiges Interior Design.
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